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Die Geschichte der Marke Rolls-Royce, erzählt von Heinz-Günter Schuhl

F. H. Royce
Frederick Henry Royce
C. S. Rolls
Hon. Charles Stewart Rolls
Rolls-Royce 10 hp (Foto: P & A Wood)
Rolls-Royce 10 hp
Rolls-Royce Silver Ghost
Rolls Royce 40/50 hp 'The Silver Ghost'
Bentley 4 1/4 Liter
Bentley 4 1/4 Liter
Bentley Mk VI (Sonderkarosserie Hooper)
Bentley Mk VI Hooper Empress two door Saloon
Rolls-Royce Silver Dawn
Rolls-Royce Silver Dawn Standard Steel Saloon
Rolls-Royce Silver Seraph
Rolls-Royce Silver Seraph
Rolls-Royce Phantom
Rolls-Royce Phantom
Rolls-Royce 100EX (Foto: Rolls-Royce)
Rolls-Royce 100EX

Es ist nun 100 Jahre her, seit dem ersten glücklichen Zusammentreffen zweier Männer, die ihre Talente vereinigten, um ein Automobil und eine Legende zu schaffen. Mr. Henry Royce, geboren 1863 als Sohn eines armen Müllers und bereits ein gut etablierter Ingenieur, dessen Firma in Manchester, die F. H. ROYCE & Co., Krananlagen und Dynamos her- stellte, wurde 1904 dem Honorable Charles Rolls im Grand Central Hotel in Manchester vorgestellt. Die beiden hatten vereinbart, über ein neues Betätigungsfeld für die Firma F. H. ROYCE & Co. zu diskutieren, nämlich die Herstellung von Automobilen, die angeblich ihrer Zeit voraus waren. Rolls zweifelte sehr daran, war aber bereit, die Reise nach Manchester dennoch anzutreten. Der Techniker Royce hatte fest umrissene Ansichten über den Stellenwert von Qualität und eine viktorianische Leidenschaft, diese Ansichten in einprägsamen Phrasen auszudrücken, wie zum Beispiel "Kleinigkeiten beeinflussen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit".

Der Aristokrat Hon. Charles Rolls, geboren 1877, Sohn eines Großgrundbesitzers und derzeit als Unternehmer wie auch Abenteurer bekannt, eilte also nach Norden. Er war vor Ort gewaltig von der Präzision des ersten 2-Zylinder Prototyp beeindruckt. Der Wagen startete auf Knopfdruck und fuhr mit einer bemerkenswerten Ruhe und Gleichmäßigkeit. Besonders hervorstechend war, dass der Wagen pannenfrei lief und nicht, wie damals üblich, regelmäßig liegen blieb. Der erste Schritt war die Teilnahme an der Autoshow in Paris Anfang Dezember 1904. Das Auto war die Sensation. Es kam zum historischen Vertrag der Firma C. S. ROLLS & Co., welcher das alleinige Recht des Vertriebs der Royce-Wagen in Großbritannien einräumte und dies künftig unter dem Namen Rolls-Royce.

Der erste Rolls-Royce, mit einem Limousinenaufbau der Firma Barker, wurde auf der Londoner Motorshow gezeigt. Der erste Kunde war Mr. Paris E. Singer, Erbe des Singer-Nähmaschinen-Imperiums. Es war dem Einfluss von Claude Johnson zu danken, dass die Firma zusammen mit Barker, einen besonders eleganten, offenen Tourer herstellte, der dann silbern lackiert wurde und, um die enorme Laufruhe zu unterstreichen, von ihm den Spitznamen "Silver Ghost" erhielt. Nach nur vier Jahren platzte die kleine Fertigungsstätte der Firma Rolls-Royce, in der Cooke Street in Manchester aus allen Nähten. Im Jahre 1908 baute man in Derby in den Midlands eine neue Fabrik. Hier wurde der Silver Ghost gefertigt und weiter verbessert, was dazu führte, dass sich die Firma den Ruf des Herstellers des besten Automobils der Welt erwarb.

In den 20er Jahren machten die Sportwagen eines gewissen Herrn W. O. Bentley Furore. Mr. Bentley hatte eine Ausbildung bei der Great Northern Railway, einem Hersteller von Lokomotiven, absolviert. Seine Leidenschaft war es, ausge- zeichnete Sportwagen zu bauen, die das berühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans zwischen 1924 und 1930 nicht weniger als fünfmal gewannen. Trotz diese Erfolge befand sich die Firma in finanziellen Problemen und wurde im Jahre 1931 von der Firma Rolls-Royce übernommen.

Die noch heute vorhandene, hervorragende Fähigkeit zum Bau von handgefertigten Sonderkarosserien leitet sich direkt ab von der Zeit, als alle Rolls-Royce und Bentley Fahrzeuge auf diese Weise gebaut wurden. Während der Anfangsjahre stellte die Firma nur sogenannte "Rolling Chassis", d. h. fahrbare Chassis mit Motor, Getriebe, Achsen, Antriebsstrang, Tank, Lenkung und dem sogenannten "fire-wall", der Wand zwischen Motor- und Passagierraum, her. Design und Herstellung der Karosserien wurde an Spezialisten für Karosseriebau vergeben mit so schönen Namen wie Thrupp & Maberly, Windovers, Hooper, Mulliner, Park Ward und anderen. Erst ab 1946, mit dem Bentley Mk VI, bzw. 1949 mit dem Rolls-Royce Silver Dawn, wurden die Wagen komplett von Rolls-Royce in Eigenregie gebaut, allerdings unter Zukauf der Rohkarossen von der Firma Pressed Steel. Nur die Endbearbeitung der Karosserie oblag Rolls-Royce. Die Modelle Rolls-Royce Silver Seraph bzw. Bentley Arnage waren die ersten Fahrzeuge, die vollkommen in Eigenregie entwickelt und gebaut wurden.

Nach 1945 änderte sich die Firmenphilosophie grundlegend, insofern, als die gesamte Fahrzeugfertigung von Derby nach Crewe verlagert wurde. Die Fabrik in Derby übernahm ab da den gesamten Luftfahrtbereich.

Die Firma Rolls-Royce hat konstant ihre Fertigkeiten im Karosseriebau entwickelt und verfeinert. Immer lautete die Maxime: höchste Präzision und höchstmöglicher Qualitätsstandard, was zweifellos auch gelang. Erst kürzlich wurden schlankere Produktionsmethoden in Crewe eingeführt und die damals neuen Typen Rolls-Royce Silver Seraph bzw. Bentley Arnage stellten eine perfekte Symbiose zwischen modernster Technologie und traditioneller Eleganz dar. Beide Modelle waren die fortschrittlichsten Fahrzeuge, die je von Rolls-Royce hergestellt wurden, wobei die von BMW gelieferten, seidenweichen V-12 und V-8 Triebwerke zweifellos einen zusätzlichen Gewinn an Komfort und Zuverlässigkeit bedeuteten.

Nach der Übernahme der Markenrechte von Rolls-Royce an BMW im Jahr 1998 und der Tatsache, dass im ehemaligen Werk in Crewe zukünftig Bentley Automobile unter VW-Regie gebaut würden, musste ein neuer Produktionsstandort für Rolls-Royce gefunden werden.

Im neuen Werk in Goodwood wird seit 2002 der Phantom hergestellt, der erste Rolls-Royce, der komplett von BMW entwickelt wurde und der am 05. Januar 2003 auf der Detroit Motor Show seine offizielle Weltpremiere feierte. Der Rolls-Royce Phantom ist die moderne Interpretation klassischen Rolls-Royce-Designs und technisch gesehen der modernste und beste Rolls-Royce, den es je gab.

Zum 100. Geburtstag nun machte sich Rolls-Royce ein besonderes Geschenk mit dem Experimentalfahrzeug 100EX, einem mächtigen, zweitürigen Luxuscabriolet auf Phantombasis aber mit einem gigantischen 16-Zylinder Motor. Die Zukunft hat also begonnen...

Dieser Rolls-Royce 20hp war für Heinz-Günter Schuhl viele Jahre lang ein zuverlässiger Reisebegleiter in ganz Europa.

Ergänzend dazu finden Sie hier eine große Fotogalerie!

 

Text: Heinz-Günter Schuhl

Fotos: Michael Ehrhardt

 

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10.08.2017: 

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