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Ein königliches Wochenende mit dem Rolls-Royce Phantom EWB

Rolls-Royce Phantom Extended Wheel Base vor Schloss Nymphenburg

"Grüß Gott! Sie gehören zur Hochzeit?" So wurden wir am letzten Augustwochenende 2006 öfter freudig begrüßt. Obwohl wir stets verneinten, blieb die Freude über unser Erscheinen aber immer erhalten. 

Wir, das waren "Pressman" Ulrich J. Lehmann, Mitglied der Schweizer Sektion des RREC und Redakteur des Schweizer Clubmagazins "Alpine Eagle" sowie meine Familie und seine Hoheit, der Rolls-Royce Phantom Extended Wheelbase (EWB).
Für mich war es die zweite Begegnung mit dem langen Phantom. Nach dem reichlich verschneiten ersten Termin, eine Woche nach dem Genfer Autosalon (den Bericht dazu finden Sie hier), hatte ich Rolls-Royce Motor Cars um eine zweite Möglichkeit gebeten, einen EWB zu fotografieren. Dass dies erst so spät realisiert werden konnte, hatten wir der unerwartet großen Nachfrage nach dem EWB zu verdanken. Neben dem ersten von mir vorgestellten Wagen waren zwischenzeitlich zwei weitere EWB Vorführwagen verkauft worden, bis das hier gezeigte Fahrzeug endlich zur Verfügung stand. Außerdem muss man wissen, dass Rolls-Royce Motor Cars für ganz Kontinentaleuropa und den mittleren Osten zusammen lediglich ein einziger Phantom EWB zur Verfügung steht, um den sich natürlich alle reißen. In einem Interview, das Ulrich J. Lehmann für den "Alpine Eagle" mit Rolls-Royce Chef Ian Robertson führte, war für das Jahr 2005 mit 50 bis 60 Einheiten gerechnet worden. Tatsächlich wurden vom EWB jedoch 160 Stück gefertigt. 

Das alte Schloss Schleißheim...
...bot uns am Freitag eine ruhige Kulisse

Gut, dass wir kein Problem damit hatten, unsere gemeinsamen Interessen zu vereinen. Das ermöglichte RRMC, den Wagen für ein ganzes Wochenende bereit zu stellen und uns, all unsere Wünsche zu erfüllen. Jeder hatte die Möglichkeit, das Auto, inklusive Kind und Kegel, ausgiebig probe zu fahren, zu genießen und von allen Seiten zu fotografieren.

Der Wagen, Chassis UX00849, in elegantem "Black Kirsch" lackiert, mit Double Coachline in "Moccasin", Leder in "Moccasin" und Furnier in "Elm Cluster", ist, so verriet ein arabischer Schriftzug im rechten Außenspiegel, später für den arabischen Raum bestimmt. Die Ausstattung ist opulent mit Theatre-Konfiguration hinten, inklusive vielseitiger Verstellmöglichkeiten der hinteren Einzelsitze, dazwischen Kühlbar und Bedienungselement für DVD, Fernsehen und weiteres Entertainment. Vorhänge im Fond lassen diesen bei Bedarf vor neugierigen Blicken schützen. Durch ein in alle Kopfstützen eingenähtes "RR" wird dieser Wagen sogar zum "Bespoke Car", dem die neuen Leichtmetallräder besonders gut stehen.

"Theatre" mit Einzelsitzen

Zum ersten Fototermin am Freitag fuhren wir zum alten Schloss Schleißheim, wo wir im Hinterhof ein schönes Plätzchen fanden, um den Wagen in Ruhe zu betrachten und zu fotografieren. Der Weg dorthin führte mich erstmals mit einem EWB über die Autobahn. Über die Laufruhe des Wagens muss eigentlich nichts mehr berichtet werden. Sie ist und bleibt einfach unbeschreiblich, da der Phantom in der Stadt oder auf Landstraßen innen nahezu geräuschlos dahinschwebt. Auch hohe Geschwindigkeiten auf Autobahnen meistert der Phantom so gelassen wie kein anderes Fahrzeug. Wie auf schienen gleitet er dahin und bei Tempo 230 ist er so ruhig wie "normale" Autos bei 120 km/h. Durch die hohe Sitzposition, die etwa der eines Porsche Cayenne entspricht, hat der Fahrer eine hervorragende Übersicht auf das Verkehrsgeschehen. Er behält auch bei über 200 km/h Dauergeschwindigkeit - sofern es die Verkehrsverhältnisse zulassen - einen kühlen Kopf, und fährt entspannter als man es sich vorstellen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Windgeräusche treten erst gegen Ende der Geschwindigkeitsskala auf. Ansonsten ist das Fahrgeräusch auf der Autobahn eher von angenehm dumpfem Charakter. Egal, auf welchen Straßen man mit dem Phantom unterwegs ist, es ist immer ein unbeschreibliches Vergnügen, mit diesem Wagen unterwegs zu sein.

Zurück zu unserem Phantom EWB:
Einzig beim Überqueren eines sehr holprigen Bahnübergangs war ein leichtes Zittern des Aufbaus zu vernehmen. Dies ist sicherlich ein Tribut an die Größe der selbsttragenden Konstruktion des Wagens. Auch war einmal das Mehrgewicht unseres Wagens gegenüber dem kurzen Phantom bei einer scharfen Bremsung an einer Ampel durchaus zu spüren. Das heißt allerdings nicht, dass der EWB schlecht verzögert. Die Bremsen sind dem Wagen durchaus gewachsen, denn die zusätzliche Masse des EWB, insbesondere mit besonders üppiger Ausstattung, fällt nur bei einer sehr starken Bremsung auf.

Selbst junge Mädchen können sich der Faszination des Phantom EWB nicht entziehen.

Höhepunkt der Veranstaltung war freilich der Samstag, an dem wir bei strahlendem Sonnenschein vor den sonst autofreien Vorplatz von Schloss Nymphenburg fuhren und dort natürlich bei den Besuchern für einigen Wirbel sorgten. Mit geöffneten Türen vor dem Hauptportal mit seinem großen Treppenaufgang aufgestellt, wurde der EWB zur Hauptattraktion für alle und degradierte das Schloss, sonst eine der Hauptattraktionen Münchens, zur Nebensache. Mein Sohn sorgte unterdessen für Ordnung unter den Schaulustigen und ermahnte all die, die sich zu weit in den Innenraum lehnen oder das Auto gar berühren wollten mit den Worten: "Nicht anfassen, das ist ein Königsauto!"

Der Phantom EWB als Publikumsmagnet und Fotomotiv vor Schloss Nymphenburg

Mag UX00849 nicht wirklich an einen arabischen König ausgeliefert werden, eine königliche Erscheinung ist er allemal. Aber sehen Sie selbst!

 

Bilder vor dem alten Schloss Schleißheim:

 

Bilder aus Nymphenburg:

 

Noch mehr Fotos und einen weiteren Bericht mit und über den Rolls-Royce Phantom EWB mit der Fahrgestellnummer UX00849 finden Sie unter den Menüpunkten "pressmans prestige" und "pressmans bilder" auf www.pressman.de, der Website unseres Clubfreundes Ulrich J. Lehmann.

 

Text & Fotos: Michael Ehrhardt

 

 

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