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Rolls-Royce Silver Ghost, Chassis-Nr. 2260E

2260E im selten fotografierten geschlossenen Zustand als Teilnehmer der Alpine '93 in Toblach

Das hier vorgestellte Fahrzeug trug entscheidend dazu bei, die Marke Rolls-Royce in den Alpenländern Österreich und Ungarn als erste Wahl zu etablieren. Es ist jener Wagen mit der Chassis Nummer 2260E, mit dem James Radley im Jahr 1913 die große Alpenfahrt mit großem Erfolg bestritt. Anlässlich der "Alpine `93", zeigte sich dieser Wagen zurückversetzt in den Originalzustand von 1913, von der Farbe über die Startnummer 4 bis hin zur damals (1913) vorgeschriebenen Verplombung von Kühler und Motorhaube.

Radleys individuelle Kühlerfigur 'Speed Nymph' auf dem Kondensator

Selbst die Kühlerfigur, die sich Radley eigens für dieses Auto anfertigen ließ und die er "Speed Nymph" nannte, ziert nach wie vor den Kühler von 2260E. Sie thront auf einem Kondensator, der im Jahr 1913 charakteristisch war für die an der Alpine teilnehmenden Werks-Rolls-Royce als auch für Radleys Wagen.

Hauptgrund für den Einsatz dieses nicht gerade elegant wirkenden Bauteils war nämlich, dass Radley ein Jahr zuvor mit überhitztem Motor am Katschberg liegen geblieben war, da sein Wagen noch nicht Bergpässen in solchen Höhenlagen angepasst war. Um eine ähnliche Blamage zu vermeiden, wurden für die im folgenden Jahr teilnehmenden Rolls-Royce zahlreiche Änderungen vorgenommen. Neben einer höheren Verdichtung, einer anderen Getriebeauslegung und einem größeren Kühler gehörte dazu eben auch jener Kondensator, den auch zahlreiche Teilnehmer der Alpine`93 nutzten.

Abgesehen von der nun asphaltierten Straße mag es wohl so gewesen sein, wie hier von der BBC für ihre Fernsehdokumentation zur Alpine`93 nachgestellt wurde. Die Szene zeigt 2260E, wie er den Katschberg erklimmt - Radleys Schicksalsberg. Auf der Rücksitzbank sitzt ein Gendarm, um die Rechtmäßigkeit des Ablaufs dieser Prüfung zu kontrollieren.

20 Jahre später:

2260E macht wieder Schlagzeilen. Rolls-Royce Motor Cars, der 20-Ghost Club und der RREC feierten James Radleys Triumph von 1913 mit zwei großen Alpenfahrten und dem größten Silver Ghost Treffen aller Zeiten. Natürlich stand diesmal 2260E ganz besonders im Mittelpunkt, jährt sich Radleys Erfolg doch zum 100. Mal. Radleys Ghost sieht noch immer fabelhaft aus, hat seit der obigen Aufnahme am Katschberg aus dem Jahr 1993 ohne nennenswerte Probleme weitere 150.000 km zurückgelegt und auch bei der 'Alpine Centenary Trial 2013' alle Pässe - wie sollte es für einen gut gewarteten Rolls-Royce Silver Ghost anders sein - anstandslos bezwungen.

Vom 22. November 2013 bis 13. Januar 2014 konnte dieser für Rolls-Royce historisch bedeutsame Wagen im BMW Museum besichtigt werden.

Rolls-Royce Silver Ghost, Chassis 2260E, im Dezember 2013 im BMW Museum in München
Neben 2260E gab es im BMW Museum auch einen...
...Rolls-Royce Ghost der 'Alpine Trial Centenary Collection' zu sehen.
Rolls-Royce Ghost Alpine Trial Centenary Collection: dieses Sondermodell wurde von Rolls-Royce Motor Cars anlässlich der Centenary Alpine Trial 2013 als Bespoke-Sondermodell kreiert. Neben der hellblauen Farbe sind von außen der schwarze Kühlergrill und die schwarzen Felgen charakteristisch. Aber auch innen wartet der Wagen mit besonderen Individualitäten auf, wie z.B. den Intarsienarbeiten am Armaturenbrett, in der die Distanz und Topographie der historischen Strecke zu sehen sind.

Der RREC dankt dem BMW Museum für die freundliche Unterstützung beim Anfertigen der aktuellen Fotos.

Mehr zu 2260E gibt es zu lesen bei http://www.rrab.com/jun98d.htm.

 

(Text & Fotos: Michael Ehrhardt)

Rolls-Royce Silver Ghost, Chassis-Nr. 35 TG

Das abgebildete Fahrzeug ist ein Rolls-Royce Silver Ghost (35TG) mit Cabriolet de Ville Karosserie von Barker. Die beiden Bilder, aufgenommen im Juni 1993, zeigen den Wagen am Rollepass und mit voller Besetzung bei der Erstürmung des Katschbergs während der damals stattfindenden Alpine ?93. Das Team aus England musste bestimmt körperlich gut trainiert sein, dieses schwere Fahrzeug einschließlich zweier weiterer Fahrgäste über die Alpen zu fahren, zumal dieses Auto, wie alle Silver Ghost bis Baujahr 1924, nur mit Hinterradbremsen.ausgestattet war. Trotzdem ließ es sich das Team nicht nehmen, mit einigen anderen Teilnehmern auch das berüchtigte Stilfser Joch zu bezwingen. Hut ab vor dieser Leistung!

Chassis 35TG wurde 1922 für einen griechischen Reeder gebaut, der ihn regelmäßig bei der Rolls-Royce Niederlassung in Nizza warten ließ. 1938 wurde der hintere Teil des Wagens in einen Kran umgebaut. Der heutige Besitzer kaufte das Fahrzeug 1984 und ließ den Aufbau komplett rekonstruieren. Als Besonderheit besitzt dieses Auto thermostatgesteuerte Kühlerlamellen, womit der Wagen auf den ersten flüchtigen Blick wie ein früher Phantom I aussieht.

 

(Text & Fotos: Michael Ehrhardt)

Rolls-Royce Silver Cloud I, Chassis-Nr. LSED91

Dieser Rolls-Royce Silver Cloud I ist ein absolutes Einzelstück. Die Karosserie war ein Sonderaufbau von H.J. Mulliner, den es in zweitüriger Ausführung eigentlich nur als Cabriolet gab (s. Bentley S1 auf der großen Fotogalerie).

Was nun den hier vorgestellten Wagen anbelangt, so ist er der einzige Wagen dieses Designs, der mit festem Dach, also als Coupé ausgeliefert wurde. Außerdem ist er linksgelenkt und besitzt ein elfenbeinfarbenes Lenkrad.

Sein Vorbesitzer, unser Clubmitglied Karl Heinrich Eickholt erinnert sich:

"In diesem Cloud I habe ich bereits wenige Tage nach seiner Auslieferung 1957 sitzen "dürfen". Das Fahrzeug gehörte meinem alten Freund Helmut Horten. Beide waren wir damals in Duisburg/Mülheim-Speldorf wohnhaft. Horten hat den Wagen später (Ende der 60er Jahre) an seinem Piloten, Herrn Junior, verkauft - damals in München -, wohnhaft in Bad Heilbrunn (Kr. Bad Tölz), wo ich dieses Fahrzeug gefunden und Ende 1975 gekauft habe.Von Horten habe ich 1978 auch einen Phantom V erworben."

 

Wie so oft bei historisch interessanten Unikaten geschehen, so ist auch dieses Fahrzeug in die Hände eines amerikanischen Sammlers gelangt, der es liebevoll restauriert hat. LSED91 wurde anläßlich der Ausstellung "Rolls-Royce - A Century of Elegance" (20.06.2003 bis 25.01.2004) im Petersen Automotive Museum von Los Angeles präsentiert.

LSED91 im heutigen Zustand, hier bei der Ausstellung "Rolls-Royce - A Century of Elegance" im Petersen Automotive Museum von Los Angeles (Photo: Petersen Automotive Museum)

 

(Text & Fotos: Michael Ehrhardt)

Colani

Dieses Fahrzeug lässt wohl jeden Rolls-Royce Enthusiasten vor Schreck erstarren, handelt es sich doch hierbei um eine Studie Luigi Colanis, die seine Vorstellung eines Rolls-Royce Silver Cloud darstellt. Sie wurde im September 1999 anlässlich einer Colani-Sonderausstellung im Olympia Einkaufszentrum in München gezeigt.

Charakteristisch für diese Designstudie sind weit nach vorne ausladende Kotflügel, eine Motorhaube, die in der Länge leicht einen Rolls-Royce Merlin Motor fassen würde mit beidseitig austretenden Auspuffrohren à la Mercedes SSK oder Duesenberg SJ, einer Fahrgastzelle, die offensichtlich dem Opel GT entnommen wurde und einem Radstand, der bestimmt einem gestreckten (!) Phantom VI alle Ehre machen würde. Der Kühlergrill stammt eindeutig von einem Silver Shadow, und da sich Rolls-Royce sicherlich von diesem mutigen Design distanziert hat, wurde kurzerhand eine Vogelnachbildung zur Kühlerfigur gekürt.

 

(Text & Fotos: Michael Ehrhardt)

 

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18.11.2014: 

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