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Modelloffensive unter VW-Regie - Tradition verpflichtet

Bentley Continental GT und Blower Bentleys

Zurück zu den Wurzeln - Bentley als Rennwagenschmiede

Mit einem Paukenschlag begann der neue Hausherr Volkswagen im Jahr 1999 die Modelloffensive und zeigte der Welt, in welche Richtung sich die Marke Bentley in Zukunft orientieren würde. Demonstrationsobjekt war ein rassiger 8 Liter W16-Mittelmotorsportwagen ,mit einer Leistung von 463kW/630PS und einem Drehmoment von 760 Nm bei 4000 U/min. Die Rede ist vom Bentley BY 8.16 Hunaudières, der erstmals auf dem Genfer Autosalon 1999 vorgestellt wurde.

Bentley BY 8.16 Hunaudières von der Seite
Bentley BY 8.16 Hunaudières
Die Front ist weniger aggressiv gestaltet mit der Andeutung des typischen Bentley-Grills
Bentley BY 8.16 Hunaudières

Es war offensichtlich, dass Bentley zu den Traditionen seiner Anfänge und schließlich auf die Rennstrecke von Le Mans zurückkehren sollte, wo Bentley Rennwagen in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts das Geschehen dominierten. Fünf mal hatten damals Bentleys das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewonnen und den guten Ruf der Marke Bentley begründet.

Fast 80 Jahre später, beim Le Mans Rennen 2001, standen zum ersten Mal wieder Bentleys am Start. Basierend auf den Erfahrungen der bei vorhergehenden Le Mans Rennen siegreichen Audi Rennwagen, schickte der Konzern zwei Bentley EXP Speed 8 auf die Piste. Nach guten dritten und vierten Plätzen in den Jahren 2001 und 2002 war es im darauf folgenden Jahr endlich so weit. Das Rennen von 2003 bescherte dem Team Bentley mit seinen beiden grundlegend überarbeiteten EXP Speed 8 einen historischen Sieg in Le Mans.

Der Bentley EXP Speed 8 bei seiner ersten Präsentation in London...
Bentley EXP Speed 8
...und auf der Rennstrecke von Le Mans
Bentley EXP Speed 8

 

Autos, die man kaufen kann

Seit dem Jahr 2003 werden im ehemaligen Rolls-Royce Werk in Crewe nur noch Bentleys gefertigt.

Der vom Rolls-Royce Silver Seraph abgeleitete Bentley Arnage wurde fortan als schnellste Serienlimousine der Welt und kompromisslos sportlich betonter Arnage T angeboten, ebenso eine eher auf Komfort ausgelegte Variante, der Arnage R, der als Arnage RL auch mit langem Radstand zu haben war. Nach wie vor produziert wurden ebenfalls die Rolls-Royce Entwicklungen Continental R und Continental T sowie das Cabriolet Bentley Azure. Der Modelljahrgang 2005 bescherte der Arnage-Reihe ein Facelift sowie für den Kunden u.a. die Option ansprechender Zweifarblackierungen.

Bentley Arnage R (vor dem Facelift)
Bentley Arnage R
Bentley Continental T (Mulliner)
Bentley Continental T
Bentley Arnage T (nach dem Facelift)
Bentley Arnage T
Bentley Azure (Final Series)
Bentley Azure

 

Jedoch markierte das Jahr 2003 auch den Beginn einer neuen Bentley-Ära mit vom VW-Konzern entwickelten Fahrzeugen, die preislich unterhalb der ehemaligen ?Rolls-Royce-Bentleys? angesiedelt sind.

Den Anfang machte der Bentley Continental GT, das mit über 300 km/h Spitze bislang schnellste serienmäßige viersitzige Sportcoupé der Welt. Damit konnte sich der Continental GT mit demselben Titel schmücken, wie einst der berühmte Bentley Continental R Fastback Saloon der 50er Jahre. Allerdings war letzterer seinerzeit eines der teuersten Autos der Welt.

Bentley Continental GT
Bentley Continental GT
Bentley R-Type Continental Fastback Saloon
Bentley R-Type Continental H.J. Mulliner Fastback Saloon

Die "kleine" Bentley-Reihe wurde logisch fortgesetzt mit einem viertürigen Sports Saloon, dem Bentley Continental Flying Spur, der auf dem Genfer Automobilsalon 2005 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Nach dem Bentley Arnage T kann sich nun dieser Wagen mit dem Prädikat "schnellste Limousine der Welt" schmücken (312 km/h, 0-100km/h in 5,2 sek.).

Der Name "Flying Spur" stammt von einem ursprünglich für den Bentley S1 Continental entworfenen Design eines six light Sports Saloons des renommierten Karosserieschneiders H.J. Mulliner. Die sehr schlanke und elegante Karosserie war sehr beliebt und wurde später sogar für den Rolls-Royce Silver Cloud III angeboten und gebaut.

Bentley Continental Flying Spur
Bentley Continental Flying Spur
Der Namensgeber: Bentley S1 Continental H.J. Mulliner Flying Spur Sports Saloon
Bentley S1 Continental H.J. Mulliner Flying Spur Sports Saloon

H.J. Mulliner und später - nach Übernahme durch Rolls-Royce und Verschmelzung mit der Karosseriefirma Park Ward - H.J. Mulliner, Park Ward genannt, war ein Karosseriebetrieb, der, in London ansässig, stets für Spezialaufbauten zuständig war. Hier wurden das Cabriolet Rolls-Royce/Bentley Corniche und der Rolls-Royce Phantom V bzw. VI nach traditioneller Handwerkskunst gefertigt.

Diese Tradition wird fortgesetzt mit Edelvarianten der unterschiedlichen Bentley-Baureihen, die unter dem Label "Mulliner" angeboten werden. Hier kann sich der Kunde alle Wünsche erfüllen lassen, seien sie auch noch so ausgefallen. Ein Bentley Mulliner ist ein Unikat, ein speziell auf den Kunden zugeschnittenes Einzelstück und an Exklusivität kaum zu übertreffen.

Bentley Arnage Mulliner Limousine
Bentley Arnage Mulliner Limousine
Interieur der Mulliner Limousine
Bentley Arnage Mulliner Limousine

 

Der neue Markt: Buckingham Palace

Höhepunkt in der neuesten Geschichte der Marke Bentley war der Bau einer großen Staatslimousine, schlicht offiziell Bentley State Limousine genannt. Diese war als Geschenk eines Konsortiums aus Herstellern und Zulieferern der britischen Automobil-Industrie zum 50 jährigen Thronjubiläum im Jahr 2002 ihrer Majestät Königin Elisabeth II gedacht und ist die erste offizielle Staatslimousine des Britischen Königshauses der Marke Bentley. Traditionell waren bis dato Daimler und Rolls-Royce offizielle Hoflieferanten gewesen.

Bentley State Limousine
Bentley State Limousine

Die weiteren Aussichten...

Inzwischen hat sich der Continental GT als großer Wurf erwiesen. Auch der Flying Spur ist ein sehr erfolgreiches Fahrzeug und ebenfalls Garant für Stückzahlen, von denen einst Rolls-Royce nur träumen konnte. Krönung der Continental Reihe ist freilich der im Jahr 2006 vorgestellte Continental GTC, die offene Variante des GT.

Bentley Continental GTC
Bentley Continental GTC

Sowohl vom Flying Spur als auch von den GT/GTC-Modellen stehen den sportlicher orientierten Fahrern auch die schnelleren, sogenannten Speed-Modelle zur Seite, Fahrzeuge, die 300 km/h schnell sind. Und wem das nicht genug ist, für den gibt es seit Sommer 2009 den Continental Supersports, den mit 630 PS und 329 km/h schnellsten und stärksten Bentley aller Zeiten.  

Bentley Continental Flying Spur Speed
Bentley Continental Flying Spur Speed
Bentley Continental GTC Speed
Bentley Continental GTC Speed
Bentley Continental GT Speed
Bentley Continental GT Speed
Bentley Continental Supersports
Bentley Continental Supersports

Dennoch soll auch der Markt für Superluxusfahrzeuge nicht aus den Augen verloren werden, wie die in nur 20 Exemplaren gefertigte Bentley Arnage Limousine oder die Studie des Bentley Arnage Drophead Coupé beweisen.

Bentley Arnage Limousine
Bentley Arnage Limousine
Interieur der Arnage Limousine
Bentley Arnage Limousine
Bentley Arnage Drophead Coupé
Bentley Arnage Drophead Coupé
Interieur des Arnage Drophead Coupés
Bentley Arnage Drophead Coupé

Beim Arnage Drophead Coupé blieb es allerdings nicht bei der Studie. Die überwältigende Resonanz der Bentley Kundschaft und die Tatsache, dass das inzwischen nicht mehr produzierte Azure Cabrio eine große Lücke hinterlassen hat, hatten die Serienfertigung des Arnage Cabriolets zur Folge, das dann allerdings wieder auf den Namen Azure hörte und ab Sommer 2006 zu haben war. 

Bentley Azure
Bentley Azure
Bentley Brooklands
Bentley Brooklands

Zum Genfer Automobilsalon 2007 überraschte Bentley mit der Coupévariante des Azure, einem auf 550 Exemplare begrenzt hergestellten Grand Touring Coupé von muskulöser Gestalt, dem Bentley Brooklands. Was der Brooklands von außen verspricht, hält er auch, denn er wird vom stärksten V8 Motor angetrieben, der je in Crewe produziert wurde, 530 PS leistet und unvorstellbare 1050 Nm Drehmoment auf die Straße bringt. Das stellt den Höhepunkt in der Weiterentwicklung des ursprünglich aus dem Jahr 1959 stammenden klassischen Rolls-Royce V8 dar, der damals im Bentley S2 und im Rolls-Royce Silver Cloud II sein Werk verrichtete. 

Bentley Mulsanne
Bentley Mulsanne

Zum berühmten Concours d'Elegance in Pebble Beech 2009 wurde, nach längerer und spannender Vorankündigung, der Nachfolger des schon in die Jahre gekommenen Arnage der Öffentlichkeit vorgestellt. Das neue Flaggschiff heißt Mulsanne, ist eine große Limousine, ausgestattet mit einem Doppelturbo-V8, der dem Wagen zu Bentley-Typischen Fahrleistungen verhilft. Trotzdem wird, dank eines modernen, luftgefederten Fahrwerks, auch der Fahrkomfort höchsten Ansprüchen gerecht.

 

Technische Daten und weitere historische Fakten zu den einzelnen Typen finden Sie auf der Homepage des Buchautors Klaus-Josef Roßfeldt unter http://www.rrab.de/.

 

Text:  Michael Ehrhardt

Fotos: Bentley Motors / Michael Ehrhardt (Bentley R-Type u. Bentley S1)

 

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