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Bentley Continental Flying Spur und Continental GT im historischen Kontext - von Jürgen Büch

Es ist das Jahr 1931. Der Marquis von Frinton betritt wenige Tage vor dem Goldpokal-Tag, dem wichtigsten Ereignis des jährlich stattfindenden Pferderennens in Ascot, den Showroom von Hooper & Co. in der Londoner St. James Street, der just seit diesem Morgen mit einen ausgestellten gelb-schwarzen Sedanca de Ville auf dem Chassis eines Phantom II die Passanten vor dem Schaufenster zum Halt bewegt. So auch den Marquis von Frinton, der kurz entschlossen die Räume betritt und zielstrebig auf das prachtvolle Automobile zusteuert. Der Marquis ist ein erfahrener Rolls-Royce Besitzer, der typischerweise den Fond genießt und das Volant einem bei Rolls-Royce ausgebildetem Chauffeur überlässt. Er öffnet die Tür, nimmt Platz auf der Rückbank, begutachtet die in der Bar  befindliche Karaffe, steigt wieder aus und wirft einen prüfenden Blick über die Linien der bei Barker so elegant gezeichneten Karosserie. 

Rolls-Royce Phantom II Sedanca de Ville - in diesem Fall stammt die Karosserie aber von Windovers

"Ein prächtiges Gefährt, nicht wahr!" wirft der eilig entgegenkommende junge Verkäufer jovial dem Marquis zu und öffnet die Motorhaube. "Ja, tatsächlich, sehr hübsch dieses Automobil" antwortet der Marquis. "Und sehen Sie hier, ein sensationeller neuer Motor mit 6 Zylindern und 108 mm Bohrung und 139 mm Hub". Der Marquis stutzt kurz und erwidert dem aufgeregten Verkäufer: "Ja, also, die Karaffe müsste ausgetauscht werden gegen eine, die mir besser gefällt, und, ach ja, das Telefon der Intercom-Anlage: Bitte bauen Sie es um auf die Seite, auf der ich sitze und liefern Sie mir den Wagen am Donnerstag!". Der unerfahrene, junge Verkäufer guckt völlig irritiert und ereifert sich fast so, als sei er nicht gewillt, diesen Wagen an den Marquis zu verkaufen, sollte er nicht mehr Interesse zeigen: "Aber, My Lord, Sie haben den Motor doch noch gar nicht angesehen!!". Der Marquis dreht sich um und setzt an, den Salon zu verlassen. "Mein lieber junger Freund, es ist doch ein Rolls-Royce, oder?" "Ja, selbstverständlich!" antwortet der junge Hooper-Angestellte. "Sehen Sie", fährt der Marquis lächelnd fort, "dann ist doch sicher alles bestens!".

Diese Begebenheit ist natürlich die Phantasie des Autors, der das Drehbuch zum  Film "Der gelbe Rolls-Royce" schrieb, mit Rex Harrison als Marquis von Frinton, der seiner Frau einen Phantom II zum Hochzeitstag schenkt, um schon kurze Zeit später die Untreue dieser zum Anlass nehmen zu müssen, den Wagen ob ihres Ehebruches während des Pferderennens an Hooper zurücksenden zu lassen.

Bentley Düsseldorf lud ein, den neuen Continental Flying Spur zu testen.

Das hat natürlich alles nichts damit zu tun, dass ich, zusammen mit Clubkamerad Dirk Höh, auf Einladung von Bentley-Düsseldorf auf Schloss Ehreshoven in Engelskrichen im Bergischen Land den neuen Bentley Continental Flying Spur ausgiebig testen durfte, jedoch Beleg dafür, dass selbst Hollywood "unseren" Marken neben der bloßen Tatsache des Vorhandenseins von Technik eben auch eine Art "metaphysische Eigenschaft" attestiert, jenseits der Banalitäten von PS & Co. eben. Ein Bentley oder Rolls-Royce war nie "nur" ein Auto, das sich an seiner Leistung messen lässt, sondern allem voran ein Mythos mit Motor, der vielleicht zeitweise nicht besser oder schlechter war als vergleichbare Produkte, aber trotzdem stets so wirkte, als sei es etwas überweltliches und mit normalen Maßstäben nicht zu fassen. So wie wir Menschen aber mit jedem Jahr, jedem Monat, jeden Tag  uns Verändern und erleben, wie das einst volle schwarze Haar weiß und licht wird, so wie wir heute ganz selbstverständlich in Farbe bewegte Bilder sehen können, die eine TV-Kamera auf einem anderen Kontinent zeitgleich aufnimmt und via Satellit in unser Wohnzimmer überträgt, genauso haben Rolls-Royce und Bentley heute einen völlig anderen Charakter und neue Eigenschaften, die nicht mehr zwangsläufig immer mit jenen in Verbindung zu bringen sind, die uns noch vor wenigen Jahren als erfahrenen Rolls-Royce und Bentley Besitzer bekannt waren: Wir befinden uns im Jahre 2005.

Rolls-Royce Phantom II Continental

Als Bezeichnung für einen Karosseriestil war er bereits in den 1920er Jahren geläufig. "Continental" als Bezeichnung einer Eigenschaft jedoch ist keine Bezeichnung, die erst in der Nachkriegszeit für die Produkte eingeführt wurde, die unter dem Label Bentley verkauft wurden. Das erste Mal, dass ein Chassis den Zusatz Continental führte, datiert auf das Jahr 1929, als im Rolls-Royce Werk in Derby das erste modifizierte Fahrgestell des Phantom II für "schnelle Touren auf dem Europäischen Festland", also "for continental touring", entwickelt wurde und fortan bis 1935 281 mal als "Rolls-Royce Phantom II Continental" verkauft wurde.

Bentley 4 1/4 Liter

Die Marke Bentley verdankt ihre Existenz auch in der heute bekannten Art ursprünglich der Firma Rolls-Royce, die im Jahre 1931 das gerade pleite gegangene Unternehmen Bentley Motors (1919) Ltd. im Rahmen einer Auktion erwarb, um die Wiederbelebung eines bis dahin im Preissegment des Phantom II ernsthaften Konkurrenten durch Mitbieter, wie z.B. Napier, nach dieser Auktion zu vermeiden. Rolls-Royce übernahm die Namensrechte an Bentley sowie die Lagerbestände an Teilen, die so üppig vorhanden waren, dass Rolls-Royce Motors Ltd. noch einige Zeit nach dem Bentley-Bankrott Bentley-Fahrgestelle des Typs 4,5 Ltr. bauen und verkaufen konnte. Erst 1933 firmierte das 1919 von Walter Owen Bentley gegründete Unternehmen unter Rolls-Royce neu als "Bentley Motors (1931) Ltd." und startete in eine neue Ära mit der Vorstellung des 3,5 Ltr. Bentley (sprich: "Three-and-a-half?), das ab Herbst des gleichen Jahres gekauft werden konnte. Dies war der erste Bentley, der als "Silent Sports Car" beworben wurde und im Wesentlichen auf Basis des Rolls-Royce 20/25 HP entstand, dessen Chassis und Motor einige Modifikationen zu Teil wurden  um etwas mehr an Leistung zu Tage zu fördern. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges konnte Rolls-Royce Motors in Derby erfolgreich die Bentley-Fahrgestelle der Modelle 3,5 Ltr. und ab 1936 als 4 1/4 Ltr.-Chassis als sportliche aber selten weniger luxuriöse Variante vermarkten.

Bentley S1 Continental

Mit dem Umzug der Automobilproduktion aus dem Stammwerk in Derby nach Crewe und der Einführung der ersten Nachkriegsfahrzeuge war Bentley bereits als sportliches aber reines Luxusautomobil etabliert und die glanzvollen Zeiten, während jener Bentley ob ihrer großen Erfolge im Rennsport gefeiert wurden, lange vorbei und standen in keinerlei Verbindung mehr zu jenen Fahrzeugen, die Walter Owen Bentley schuf.  Die Fahrgestelle eines Bentley verfügten seit 1933 über das Image, das Rolls-Royce zugeschrieben wurde und auch die Karosserien entstanden an den gleichen berühmten Adressen, bei denen auch Rolls-Royce Käufer ihre Automobile nach Maß schneidern ließen. Und selbst der De Beers Erbe Captain Woolf Barnato, der so oft mit den Bentley-Boys und deren Rennerfolgen personifiziert wird, war ein treuer Kunde der Marke Bentley unter Rolls-Royce!  Abgesehen von der Einführung der Overdrive-Chassis-Typen im Jahre 1938 war im Hause Rolls-Royce erst nach dem Krieg wieder das Thema Sportlichkeit und Tempo erwähnt, als mit dem Bentley R-Type Continental das schnellste viersitzige Automobil dieser Zeit geschaffen wurde und ob der besonders schnellen Fahreigenschaften und in Abgrenzung zum "einfachen" R-type die Bezeichnung "Continental" wieder verwendet wurde. Noch bis zum Bentley S2 waren die Continental Chassis-Typen tatsächlich unterschiedlich zu jenen, die für die Standard-Typen gebaut wurden und erst mit dem S3 taugt der Name "Continental" nur noch als inhaltslose Nomenklatur für ein Fahrzeug, dessen Karosse bestenfalls sportlicher Erscheinung war, dessen Chassis jedoch identisch war mit jedem anderen Bentley S3 oder Rolls-Royce Silver Cloud III-Fahrgestell.

Bentley T2 - die Bentley-Variante des Rolls-Royce Silver Shadow II
Der Nachfolger des Mulsanne Turbo, der Bentley Turbo R, hier noch in der ersten Bauform, mit rechteckigen Scheinwerfern

In den folgenden Jahren und vor dem Hintergrund der Einführung der Silver Shadow Baureihe galt Bentley als nicht mehr als maximal ein diskreter Rolls-Royce, da bis auf Kühlermaske und sonstige Embleme keine unterschiede in Technik und Design bestehen blieben, die Bentley hätte abgrenzen oder ein Image als luxuriösen Sportwagen hätte verleihen können. Mit Sportlichkeit hatte man in Crewe wenig im Sinn und Fragen oder Angabe von Motorleistungsdaten war einfach nur als vulgär verstanden. Rolls-Royce merkte, wie die Legenden sagen, in dieser Zeit  gerne an, dass der Kunde  davon ausgehen könne, dass das Fahrzeug ausreichend Leistung hat, sowie Rolls-Royce davon ausgehen wird, dass der Kunde im Gegenzug auch über ausreichend Geld  verfügt. Die als Continental bezeichneten Fahrzeuge waren zu ihrer Bauzeit das Ultimative dessen, was erhältlich war - was sich auch in der Preisgebung als die teuersten Spitzenprodukte des Unternehmens  zeigte. Eine Wiederbelebung der Marke Bentley erfolgte 1983 bei Einführung des Bentley Mulsanne in seiner Ausführung als Turbogeladene Limousine, die sich spontan als Verkaufsschlager erwies. Sind in den Jahren ab 1965 Bentleys nur noch im geringsten Umfang verkauft worden und machten Rolls-Royce-Modelle noch gut über 90% der Verkäufe aus, so wendete sich nun die Gewichtung zu Gunsten Bentley allmählich und stetig.

Rolls-Royce Silver Cloud III Sports Saloon im "Flying Spur" - Design
Rolls-Royce Flying Spur

Die Bezeichnung "Flying Spur", zu deutsch "Fliegender Sporn", wurde erstmals durch das Karosseriebauunternehmen H.J. Mulliner einem Bentley Modell zugeordnet, das die viertürige Ausführung des S Continental für den Verkauf so bezeichnete. H.T. Johnstone, einst Geschäftsführer  bei H.J. Mulliner, griff zur Namensgebung hierfür auf sein Familienwappen zurück, dass einen Fliegenden Sporn zeigt. Auf dem Chassis des Silver Cloud III wurde der H.J. Mulliner Flying Spur sogar als Rolls-Royce angeboten, jedoch nicht als solcher vermarktet. Mit der Einführung der Silver Shadow- Reihe und ihrer selbsttragenden Konstruktion begann endgültig das Aussterben auch der letzten noch überlebenden selbständigen Karosseriebauunternehmen. Die Bezeichnung Flying Spur hingegen fand noch einmal Verwendung, als Rolls-Royce 1994 eine Sonderserie des Silver Spur mit diesem Namen versah, um die besondere Potenz nach Hinzunahme eines Turboladers erstmals bei einem Rolls-Royce zu verdeutlichen.

Rolls-Royce Silver Spirit und Bentley R-Type - beide made in Crewe

Im Jahre 1998 sah sich der Rüstungskonzern Vickers gezwungen, Rolls-Royce Motor Cars zu verkaufen. Nachdem das Unternehmen Rolls-Royce Motors 1971 durch einen Flugzeugmotorendeal in Schieflage gelangte, wurde das Unternehmen geteilt. Der staatliche Anteil und die Namensrechte gelangten an die Flugzeugmotorenbau-Sparte in Derby, die fortan als Rolls-Royce Plc. firmierte. Der Automobilsektor wurde privatisiert und in den 1980er Jahren vom Vickers-Konzern übernommen. Vickers war jedoch in den 1990er Jahren außerstande Mittel bereitzustellen, die eine Entwicklung neuer Motoren ermöglicht hätte, so dass 1998 "zwecks Bereinigung des Sortiments" im Rahmen einer Auktion der Name Bentley, das Werk in Crewe  und alle vorhanden Hardware und Expertise an den VW-Konzern verkauft wurde, BMW jedoch sich geschickt die Markenrechte an Rolls-Royce beschaffen konnte, so dass die beiden Marken zu trennen waren. Mit dem 01.01.2002 war BMW zwar nicht Herr über den Namen Rolls-Royce, durfte diesen aber nutzen, um Fahrzeuge unter diesem Namen zu bauen. VW hingegen konnte die Zeit seit Erwerb der Manufaktur in Crewe in 1998 dazu nutzen, das vorhandene Werk und die Produktion zu modernisieren und neue Produkte zu entwickeln. Mit anderen Worte hatte BMW rein gar nichts außer ein Namensrecht erworben und musste bei Null anfangen um eine zeitgemäße Interpretation des Themas Rolls-Royce zu schaffen, währenddessen VW aus dem Vollen schöpfen konnte, war doch alles vorhanden, einschließlich dem an Expertise und Geschichte, was Rolls-Royce auch nach dem zweiten Weltkrieg das sein ließ, was es immer war: Das beste Auto der Welt. Allerdings, der Name Rolls-Royce war an BMW verloren. Ironie des Schicksal ist übrigens, dass kurze Zeit nach dem Verkauf des Werkes in Crewe und die Splittung der Marken Vickers selbst in Schwierigkeiten geriet und ausgerechnet durch Rolls-Royce Plc. übernommen wurde, was vielleicht eine Teilung der beiden Marken hätte vermeiden können, wäre die wirtschaftliche Lage der Vickers-Gruppe nur etwas früher bekannt gewesen.

Bentley Continental GT
Bentley Continental Flying Spur

Die Marketing-Strategen bei VW besannen sich schnell rück an die glorreichen Zeiten der Helden die einst Le Mans gewannen, an W.O. an Barnato & Co. Rolls-Royce wurde möglichst vermieden zu erwähnen, alleine schon um Komplikationen mit dem neuen Inhaber der Namensrechte zu vermeiden, sodass Crewe Heimat dessen werden sollte, was 1931 bereits sein jähes Ende fand und als Name nur dank Rolls-Royce überleben konnte, nun aber binnen kürzester Zeit eine neue, eigene Identität bekommen sollte. Ob die Vermengung der historischen Tatsachen verschiedener Epochen eine Art kreative Geschichtsinterpretation der Marketingstrategen ist, mag dahingestellt sein, was aber zutreffend ist, ist die Tatsache, dass Bentley unter VW der Sprung in die Gegenwart gelungen ist und nun Autos baut,  die im Grunde dem entsprechen, was Rolls-Royce in den 1930er Jahren als "Silent Sports Car" andeutete. Der Vergleich des Continental GT oder Flying Spur mit einem 4,5 Ltr Blower Bentley ist natürlich abwegig, sowie auch alle anderen Bezugnahmen auf die Pre-Rolls-Royce-Ära nur dem Zweck dienen kann, sich vom Rolls-Royce-Image zu entfernen. Will man die aktuellen Modelle mit den Bentley-Typen der Markengeschichte vergleichen, wären für das GT Coupe treffender der S1 Continental Fastback aufgrund der Opulenz seiner Ausstattung zu wählen, und für den aktuellen Flying Spur bestenfalls der S2 Continental Flying Spur, wäre da nicht das Preisranking, dass die aktuellen Continentals nicht wie einst als Top-Spitzenmodelle ausweist sondern vielmehr als Einstiegsmodelle, wenngleich sich diese Einordnung aufgrund des Kaufpreise im Vergleich zu Spitzenprodukten anderer Hersteller direkt verbietet. Das mag sich kritisierend anhören, ist es aber nicht, denn VW hat die Markengeschichte dazu genutzt, um mit der Wahl der Benennung der neuen und ersten selbstständig unter VW entstanden Modelle zu demonstrieren, dass der Name Bentley im Jahre 2005 kein bloßer Anachronismus auf vier Rändern mehr ist, sondern sich dahinter nun ein vorzügliches Automobil verbirgt, das in der Gesamtsumme seiner Eigenschaften so einmalig ist, wie es ein Bentley stets war - nun aber modern und tatsächlich zeitgemäß unter Einbezug klassischer Werte.

Sir, der Wagen ist vorgefahren...

Der fachkundige Griff zurück in die Geschichte bietet auch das Vergleichen an, denn Bentley blühte erst richtig auf und baute "vernünftige" Autos, als Rolls-Royce die Geschicke übernahm: Die als "Derby-Bentley" bezeichneten Autos waren nun auch dem gehobene Mittelstand erschwinglich, der sich nun auch "traute", einen Bentley zu fahren ohne in den Verdacht der Extravaganz zu gelangen, waren z.B. 8 Ltr. Bentley enorm teuere Spielzeuge der Reichen unter den Reichen. So verhält es sich auch heute: Unter VW sind zwei Modelle entstanden, auch wenn diese zum Teil aus dem Phaeton-Regal stammen, die die Grandezza eines echten Bentley und den damit verbundenen Luxus bieten, bei moderner und "traditionell" sportlichen Fahrleistungen, aber dem diskreten Auftritt, der auch dem scheuen deutschen Geldadel und dem Mittelstand den Wechsel aus Stuttgart nach Crewe leicht macht, da äußerlich kein Prunk und Protz diesen Autos anhaftet und ein Bentley nun da ist, was es immer sein sollte: ein elegantes, sportliches aber auch sehr diskretes Luxusauto.

Bentley ist mit der aktuellen Continental-Reihe ein großer Wurf gelungen, und VW hat bewiesen, dass Volkswagen auch dazu in der Lage ist, eine Marke ins Heute zu hieven, die geschichtlich sicher als Schwergewicht zu gelten hat. Jedoch bleibt abzuwarten, ob diese Verjüngungskur auch auf Dauer Erfolg haben kann, denn, wie Eingangs erwähnt: Es sind nicht nur physikalische Messwerte die eine Marke wie Bentley tragen, es sind eben auch eine Art metaphysischen Aspekte, die die Scheckbüchern hatten zucken lassen, denn wir alle wussten spätestens seit Anschaffung eines ersten eigenen moderneren Bentley oder Rolls-Royce, dass die Lücke zwischen Mythos und Wirklichkeit des besten Autos der Welt nur durch unseren Glauben daran zu schließen war, dass trotz aller längst überholter Technik, unsere Autos ein ganz besonderer Zauber umgibt, der aus einem englischen Vehikel für uns das "Über-Auto" ausmachte. Ob modernste Technik und das Erwähnen von Superlativen Konkurrenz oder Widerspruch sind dem, was wir bisher mit einem schmunzeln als charmante Verhüllung kannten, ging es um so unenglisches Prahlen mit Leistung, wird sich zeigen. Sitzt man jedoch in einem Continental Flying Spur im Fond oder am Steuer oder rast man im Continental GT über viel zu enge Sträßchen im Oberbergischen Land, und zwar so, als gäbe es kein Morgen, dann wünscht man schnell, man hätte längst selbst ein solch wundervolles Auto und fühlt sich in manchen Kurven gar ein wenig wie Woolf Barnato, der dieses Auto, egal ob als Vier- oder Zweitürer ganz sicher gekauft hätte, um gemeinsam mit W.O. und Henry Royce so manche Tour zu unternehmen: Und alle drei hätten sie dieses Auto geliebt, denn es setzt den Gedenken der Firmengründer um, die nichts weiter wollten, als ein exzellentes Automobil zu bauen.

Die Herren Höh und Büch kurz vor der Abfahrt

Der Unterschied zwischen den Varianten GT und Flying Spur ist übrigens merklich, denn der kürzere Radstand des Coupés verleiht dem Fahrzeug mehr Spritzigkeit, möchte man alleine oder zu zweit sportlich auf dem Land unterwegs sein. Geht es ums Reisen und im Besonderen um Touren auf der Autobahn, so mag es durchaus schön sein zu wissen, dass auch der Flying Spur bis zu 312 Km/h schnell ist, ob sich aber Chance ergibt dies zu erfahren, ist zweifelhaft. In jedem Falle aber sind beide Varianten nicht nur fantastische Automobile für den Connaisseur, sondern auch prächtige Reisewagen - und ist das nötige Kleingeld zur Anschaffung vorhanden, so kann die Wahl auch nicht mehr sein; ob oder ob man nicht kauft, sondern höchstens die Frage wie viele Köpfe die Familie hat, um sich für den Flying Spur oder das Continental GT Coupé zu entscheiden, denn diese beiden neuen Bentley-Modelle sind ganz sicher eine Sünde wert!

Ein Gläschen auf den Spur
Ja, also, äh... Welcher Knopf war das doch gleich wieder?...

An dieser Stelle sein besonderer Dank zu sagen an Guido Graf von Spee, General Manager von Bentley Düsseldorf / Bentley Köln, der uns einlud, beide Versionen des Bentley Continental anlässlich der Präsentation des Bentley Continental Flying Spur auf Schloss Ehreshoven in geschmackvollem Rahmen eines schönen Events ausgiebig zu testen. Herr von Spee hatte bereits vor einigen Jahren sich einen ganzen Samstag privat engagiert, um den Clubmitgliedern den seinerzeit neuen Arnage T auf dem Petersberg bei Testfahrten vorzustellen. Sollten Sie demnächst einen neuen Bentley kaufen wollen oder Sie Ihr Fahrzeug bei einer Werksvertretung warten lassen wollen, so seien Ihnen Bentley Düsseldorf und Bentley Köln ganz besonders empfohlen. 

Nebenstehend sei noch ein humorvoller Gedanke des Buchautors Klaus-Josef Roßfeldt zur Typenbezeichnung "Flying Spur" gezeigt. Ein herzliches Dankeschön an Klaus-Josef Roßfeldt für die Bereitstellung seines selbstgezeichneten Cartoons!

 

Text: Jürgen Büch

Fotos: Dirk Höh, Michael Ehrhardt

 

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