Der Rolls-Royce Silver Cloud in der Werbung 2018-03-27T07:45:10+00:00

Der Rolls-Royce Silver Cloud in der Werbung

“Pardon me, would you have any Grey Poupon?”

Es gab in USA eine kleine Firma namens Heublein Company, die produzierte in Hartford, Connecticut, aus kanadischen Senfsamen, Zucker, Salz, Zitronensäure, speziellen Gewürzen und vor allem etwas Weißwein einen ganz besonders köstlichen und hochwertigen Dijon Senf nach einem uralten französischen Rezept aus dem Jahre 1777. Die beiden Franzosen Maurice Grey und Antoine Poupon hatten in Dijon dieses Rezeptur entwickelt, sie ist dann später vom Gründer der Fa. Heublein gekauft worden.

Dieser Senf mit Namen “Grey Poupon” war eigentlich nur wenigen Gourmets bekannt (“one of life’s finer pleasures”) und stellte für die Firma nicht mehr als einen jährlichen 100.000 Dollar Umsatz dar.

Entgegen den “Rennern” unter den Senflabeln wie Gulden’s oder French’s, hergestellt aus regional angebautem Senf, Gewürzen und Essig, war Grey Poupon Senf nur in Feinkostgeschäften erhältlich. Dazu hat auch sicher sein mehr als doppelt so hoher Preis gegenüber den anderen Sorten beigetragen.

Mitte der achtziger Jahre überlegte man in der Firma, wie man den Umsatz ihres so besonders guten Grey Poupon Senfs irgendwie steigern konnte.

Dann stellten sie zufällig noch fest, dass, wenn sie Testern und auch anderen Personen eine Probe ihres köstlichen Senfs gaben, diese danach sehr schnell und dauerhaft auf den Grey Poupon Senf umstiegen, ein Vorgang, der in der Lebensmittelbranche nur äußerst selten registriert wird.

Nun verteilte die Firma Heublein große Mengen an kleinen Geschmacksproben in Kochmagazinen und servierte ihren Senf in kleinen Portionen zum Bordessen in Flugzeugen. Gleichzeitig gab Heublein seinen Senfgläsern ein auffallend schönes französisches Design, um das französische Flair hervorzuheben.

Zu guter Letzt baten sie die Werbeagentur Lowe Marschalk in Manhatten, für den noch verbliebenen geringen Werbeetat ein paar Werbespots zu entwerfen. Der PR Chef Larry Elegant selbst hatte die Idee, diesen besonderen Senf in einem schönen klassischen Rolls-Royce zu präsentieren, ?denn nur so und darin könne diesem Senf die richtige Aura verliehen werden, dass er etwas ganz anderes, ja, etwas adeliges, eben etwas ganz besonderes Gutes ist.?

Dazu würzte er den Spot mit typischem englischen Landschaftsflair und etwas englischem Humor und fertig war der preiswerte Werbespot.

Er fragte bei Rolls-Royce Amerika an, ob sie bereit wären, ihm ein paar Rolls-Royce Silver Cloud für den Spot zur Verfügung zu stellen. Es waren jene Rolls-Royce, die er so kannte und von deren Ausstrahlung und Flair er immer so begeistert war.

Rolls Royce Amerika erklärte dem PR Manager zu seinem großen Erstaunen, dass diese Wagen leider seit Mitte der sechziger Jahre nicht mehr gebaut werden, aber man wolle sich dennoch bemühen, ihm die erforderliche Anzahl zu organisieren.

Man erinnerte sich dann an den Rolls-Royce Owners’ Club und bat ihn, mit seinen Mitgliederfahrzeugen einzuspringen. Dieser zeigte sich natürlich sehr erfreut und trommelte zur riesigen Freude von Larry Elegant die gewünschten Silver Clouds zusammen.

Der erste 30-Sekunden-Spot ( Nr. 1 ) wurde gedreht und zuerst in nur einigen Städten im Werbefernsehen gesendet. Was keiner erwartet hatte, der Spot wurde auf Anhieb zu einem riesigen Werbeerfolg und schon nach kurzer Zeit “Kult”, übrigens auch zur ganz besonderen Freude der Mitglieder des Rolls-Royce Owners’ Club.

Weitere Drehs ( siehe die links unten ) folgten und Heubleins Umsatz von Grey Poupon stieg binnen Wochen (!) um über 50% an, Tendenz rasant steigend, und schon Ende der achtziger Jahre war Grey Poupon zum “most powerful brand” geworden. Grey Poupon Dijon Senf fehlte nun in keiner Feinkostabteilung eines Supermarktes mehr!

Binnen weniger Jahre stieg der Grey Poupon Senf, den es inzwischen in 7 Variationen gibt, zur unangefochtenen Nr. 1 der Gourmet Mustards in den USA auf. Inzwischen ist die kleine Firma Heublein von der Kraft Food Corporation aufgekauft worden, die Rezeptur des Dijon Senfs von 1777 und das Konzept für diesen tollen Senf sind aber nach wie vor unverändert.

Für Senf Fans: siehe unter www.kraftfoods.com/greypoupon/

Die schönen Rolls-Royce und der Slogan sind sehr vielen Amerikanern gut bekannt, und der Slogan wird immer wieder gern kolportiert:

“Pardon me, would you have any Grey Poupon?” – “but of course!” – “One of life’s finer pleasures!” – “-…like driving a Rolls-Royce or Bentley”

Hier nun die bisher gesammelten Links zum Anklicken in der Reihenfolge, wie sie entwickelt wurden. Man beachte, dass man sich dabei auch selbst einmal ein wenig auf die Schippe nahm…

Bitte unbedingt den Ton anschalten !!!

Doch nicht nur im gewohnten Rolls-Royce, nein auch anderswo klappt es mit : ?Pardon me…”:

Ich bedanke mich bei K. -J. Rossfeldt und Ulrich Schwaderlap für die Tipps und die Unterstützung bei diesem kleinen Rolls-Royce Feature.

Dr. Dr. Axel Zogbaum

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