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Herbsttreffen 2009 der German Section in Bamberg

Die Über-Überraschung des Herbsttreffens 2009: der neue Rolls-Royce Ghost
Rolls-Royce Ghost

Das Herbsttreffen 2009 fand am ersten Oktoberwochenende in Bamberg statt. Mit über 60 Fahrzeugen gehörte es zu den größeren Veranstaltungen dieser Art, mit Teilnehmern aus ganz Deutschland, Belgien, der Schweiz, Österreich und sogar England. Aus England war es der Chairman des englischen Mutterclubs, der mit einem Vorserienmodell des Rolls-Royce Phantom nach Bamberg gekommen war.

Der "Dienstwagen" des englischen RREC-Chairmans
Rolls-Royce Phantom

Dieser Phantom, der vom Hersteller auf Serienspezifikation gebracht worden war, ist eine Dauerleihgabe des Werks in Goodwood an den RREC und dient dem Chairman des RREC sozusagen als „Dienstfahrzeug“ bei Clubveranstaltungen.

Die Vielfalt der Fahrzeugtypen war, entsprechend der Teilnehmerzahl, sehr groß und reichte vom Bentley 4,5 Liter (ein echter W.O. Bentley!), über zwei Phantom II, einen Phantom III, einen Silver Wraith, über diversen Clouds, Bentley S, Shadows, Corniches, allen möglichen Spirit-Variationen (auch als Bentley), bis hin zum aktuellen Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé oder mehreren neuen Bentley Continental GT und GTC.    

Die Organisatoren hatten hervorragende Arbeit geleistet. Alles war im Sinne von Sir Henry Royce, in jeder Beziehung perfekt und mit viel Liebe zum Detail. Zudem gab es zahlreiche tolle Überraschungen.

Futuristisch von innen und außen: das Siemens Airport Center
Siemens Airport Center

Die Veranstaltung begann am frühen Freitagnachmittag beim Siemens Airport Center in Fürth, einem Testflughafen ganz ohne Flugzeuge, auf dem High-Tech-Lösungen für Einchecken, Gepäcktransport oder Parkleitsystem vorgeführt und getestet werden können.
Anschließend ging’s zu unserer Unterkunft, dem Hotel Residenzschloss Bamberg, das nur ein paar Schritte zur historischen Bamberger Altstadt liegt, die seit Dezember 1993 ein Weltkulturerbe der UNESCO ist.

Stilgerechte Unterkunft: das Hotel Residenzschloss Bamberg
Hotel Residenzschloss Bamberg

Nach einem köstlichen Abendbuffet durften wir die zugeführten Kalorien bei einer Nachtführung durch Bambergs historische Gassen wieder etwas abarbeiten. Mehrere Gruppen wurden von in mittelalterlichen Gewändern gekleideten Stadtführern geleitet und in das  Bamberger Stadtleben längst vergangener Zeiten versetzt. Eine als Hexe verkleidete Frau wusste gar recht unheimliche und teils grausame Geschichten zu berichten. Ein „Schlenkerla“ Bamberger Rauchbier (interessant, süffig, aber nicht jedermann Geschmack) holte uns wieder zurück in die Gegenwart.

Für Samstagmorgen wurden wir um größte Pünktlichkeit gebeten, damit wir um 9 Uhr, in Kolonne aufgereiht, nach Hersbruck aufbrechen konnten. Tatsächlich war die Route, die uns durch reizvolle und hügelige Landschaften führte, fast ohne Ampeln, sodass der Konvoi so gut wie nie auseinandergerissen wurde.

Aufstellung der Fahrzeuge zur gemeinsamen Ausfahrt nach Hersbruck
Ziel der Ausfahrt: Dauphin Speed Event
Dauphin Speed Event

Unser Ziel in Hersbruck war das Dauphin Speed Event, ein nettes, kleines, privates Automobil- und Motorradmuseum. Schwerpunkt der Autosammlung sind sportliche Fahrzeuge u.a. der Marken Bugatti, Alfa, Lancia, Ferrari und Maserati. Einige Exponate sind für Mille Miglia Fans alte Bekannte, wie der Bugatti T35, der Alfa Romeo 6C 2500 Super Sport oder das Maserati A6 G2000 Zagato Coupé. Leider befindet sich kein Rolls-Royce oder gar Bentley in der Sammlung. Welch eine große Lücke – aus RREC- Sicht!

Bugatti T35
Bugatti T35
Alfa Romeo 6C 2500 Super Sport
Alfa Romeo 6C 2500 Super Sport
Maserati A6 G2000 Zagato Coupé
Maserati A6 G2000 Zagato Coupé

Das Besondere an diesem Museum ist aber, neben all den wertvollen Exponaten, dass man hier einen phantastischen Rahmen für Events jeder Art hat, inklusive Catering und Bewirtung. In unserem Fall gab es nicht nur Mittagessen und eine Museumsführung, sondern ein Ereignis, das die hervorragende Beziehung des RREC zu Rolls-Royce Motor Cars unterstreichen sollte: eine Woche nach der IAA wurde uns exklusiv der Rolls-Royce Ghost vorgestellt!

Der erste Blick auf den neuen Rolls-Royce Ghost im Dauphin Speed Event
Rolls-Royce Ghost

So kurzfristig nach der IAA war allerdings noch kein Serienfahrzeug verfügbar, sodass wir uns mit einem sogenannten „Gesamtmodell“ begnügen mussten, das die Sache aber nicht weniger attraktiv machte, da es sich dabei innen und außen zu 100% um einen Ghost handelte, der aber für kleine Rangierbewegungen nur mit einem Hilfsmotor ausgerüstet war. Auch gab es Strom an Bord, um diverse Innenraumfeatures demonstrieren zu können.

Der Ghost ist auch von hinten ein waschechter Rolls-Royce.
Rolls-Royce Ghost
Auf dem neu gestalteten Kühlergrill des Rolls-Royce Ghost steht die Flying Lady wieder auf einem Sockel.
Rolls-Royce Ghost

Der erste Eindruck, den einem der neue Rolls-Royce bietet, ist ein modernes, aber doch klassisch geformtes, harmonisch proportioniertes, glattflächiges Fahrzeug, ohne große Designexperimente und Schnörkel. Von außen wirkt er zunächst wenig aufregend, denn die Proportionen der Fenster erinnern schon an Fahrzeuge einer deutschen Nobelmarke, und die kleine Antenne oberhalb der Heckscheibe beweist, unter welchem Dach die Marke Rolls-Royce heute zuhause ist. Freunde der Marke hätten sich da eine Phantom-ähnliche Lösung gewünscht. Dennoch ist dieser Wagen ein Rolls-Royce durch und durch. Kurzer Überhang vorn, langer Überhang hinten, die Gürtellinie zum Heck nach unten abfallend, ein für elegante, englische Automobile typisches und wichtiges Stilelement. Der Kühlergrill, im neuen Design, steht dem Ghost hervorragend zu Gesicht und, im Gegensatz zum Phantom Coupé und Drophead Coupé, thront die Flying Lady wieder auf einem kleinen Sockel, um nicht aus dem Blickfeld der Insassen zu verschwinden. Und wer schon einmal einen Ghost im Straßenverkehr gesichtet hat, stellt erleichtert fest, dass dieser Wagen die Präsenz besitzt, die ihm gebührt, denn er ist größer als alle anderen PKWs um ihn herum.

Im Rolls-Royce Ghost gibt es Platz in Hülle und Fülle.
Rolls-Royce Ghost
Auch das Interieur des Ghost wirkt glatt und schnörkellos.
Rolls-Royce Ghost

Der Innenraum freilich ist über jeden Zweifel erhaben. Das Holz, das Leder, die Verarbeitung, einfach ein Genuss. Wie auch außen, so wirkt auch das Interieur glattflächig und schlicht. Nichts ist mit Schaltern überladen, alles ist schön aufgeräumt. Erst bei näherem Hinsehen offenbart sich die enorme Ausstattungsvielfalt, die der Ghost bietet. Zudem ist der Wagen innen fast so geräumig wie der größere Phantom.
Das ist wie folgt zu erklären: Der Phantom basiert auf einem Aluminium-Space-Frame. Aluminium ist leichter, aber man muss, um die gleiche Verwindungssteifigkeit wie bei Stahl zu erreichen, breitere Profile verwenden. Das fordert, wegen der breiteren Profile, konstruktiv zwar etwas mehr Platz, wird aber durch die Gewichtseinsparung mehr als ausgeglichen. Der Ghost hingegen basiert auf einer selbsttragenden Karosserie, einem Stahl-Monocoque. Das garantiert bei einem kleineren Fahrzeug einen annähernd gleichen Innenraum, da die entsprechende Steifigkeit von Stahl bei geringeren Wandstärken erreicht werden kann.

Die Resonanz unter den Clubmitgliedern auf den Ghost war sehr positiv, und der eine oder andere Ghost könnte auch bei Clubmitgliedern, die sonst nur Oldtimer fahren, Freunde und den Weg zum RREC finden.

Bentley S1 Continental auf dem schnellen Weg zurück zum Hotel
Bentley S1 Continental

Über eine schnelle Route gelangten wir zurück zum Hotel, wo erst einmal, wie bei unseren Herbsttreffen üblich, die alljährliche Mitgliederhauptversammlung stattfand.

Nach der Arbeit folgt bekanntlich das Vergnügen. Dieses genossen wir in Form eines festlichen Abendessens. In den Pausen zwischen den Gängen fanden die üblichen Ansprachen und die Verleihung diverser Pokale statt. Die Überraschung des Abends war ein Auftritt des jungen Tenors Alexander Herzog, bekannt als Zweitplatzierter in der von Thomas Gottschalk moderierten Castingshow "Musical-Showstar 2008". Er begeisterte uns mit Arien aus der Welt der Oper und Operette und ließ uns dahinschmelzen bei klassischen Gassenhauern wie „Dein ist mein ganzes Herz“ aus „Land des Lächelns“ von Franz Lehár oder George Bizets Rosenarie aus der Oper „Carmen“.

Spät wurde es an jenem Samstag. Trotzdem hieß es am Sonntag früh aufstehen, gepackte Koffer ins Fahrzeug laden und ab 10 Uhr Abfahrt auf einer malerischen Route nach Kloster Banz, einem ehemaligen Benediktinerkloster, das seit 1978 im Besitz der CSU-nahen Hans-Seidel-Stiftung ist und als Tagungsstätte dient.

Hoch droben auf dem Berg: Kloster Banz
Kloster Banz

Obwohl an diesem Tag auf dem Klostergelände eine weitere Veranstaltung stattfand und alle Parkplätze belegt waren, war für uns ein Bereich für uns reserviert worden, wo wir unsere Fahrzeuge in einer Doppelreihe aufstellen konnten. Ein paar wenige Clubmitglieder durften sogar auf das Klostergelände.

Parken in Doppelreihe

Im Kaisersaal bekamen wir einen Abriss über die Historie des Klosters. Danach besuchten wir noch einen weiteren historischen Raum und eine große Terrasse, von der aus wir einen wunderbaren Blick auf das Maintal hatten. 
Beim Mittagessen in den historischen Klosterstuben fand unser Herbsttreffen schließlich seinen Abschluss.

Bleibt noch den Organisatoren unseres diesjährigen Herbsttreffens herzlich zu danken für ihre Gastfreundschaft und eine Veranstaltung allerhöchster Qualität, die allen Teilnehmern viel Freude bereitet hat. Danke auch an Rolls-Royce Motor Cars für die exklusive Präsentation des neuen Rolls-Royce Ghost.

 

Text & Fotos:  Michael Ehrhardt

Bitte beachten Sie dazu noch die dazugehörige Bildergalerie mit vielen Autofotos!

 

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16.05.2017: 

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