Rolls-Royce Enthusiasts' Club German Section e.V. > Clubleben > Frühjahrstreffen 2010

35 Jahre German Section des RREC - die Jubiläumsfeier beim Frühjahrstreffen 2010 vom 7. bis 9. Mai 2010

Es war wirklich wie in alten Zeiten, wenn man sich so die Ansammlung an vorgefahrenen Fahrzeugen betrachtete. Und auch sonst war es wie früher, wenn man diese Veranstaltung mit jenen von heute vergleicht.

Um 35 Jahre der German Section zu feiern, waren zum Frühjahrstreffen ca. 70 Fahrzeuge unserer Marken aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und England nach Windhagen bei Bonn gekommen.

Der Bentley Mk VI war einst das klassische Einsteigerfahrzeug.
Bentley Mk VI
Dieser Rolls-Royce 20/25 war schon beim Gründungtreffen vor 35 Jahren dabei.
Roll-Royce 20/25

Die Typenvielfalt war ebenso gewaltig wie nostalgisch, denn wann  gab es zuletzt ein Treffen, an dem gleich drei (!) des so liebenswerten Bentley MK VI standard Saloons teilnahmen? Ihn sah man neben dem R-Type einst rudelweise bei Clubtreffen, da er sehr robust und preiswert war und daher der klassische Einsteigerwagen für Rolls-Royce- und Bentley-Fans.

Vorkriegswagen sind heutzutage bei Clubtreffen ebenfalls sehr rar geworden. Auch hier war es wie einst, mit sage und schreibe vier (!!) Rolls-Royce 20/25. Mit dabei war sogar ein Wagen, der auch beim Clubgründungstreffen in Kronberg vor 35 Jahren teilgenommen hatte. 

Was es sonst nur in England bei der Annual Rally nebeneinander zu sehen gibt, das waren zwei 20/25 three position Drophead Coupés von Gurney Nutting. Interessant dabei ist der optische Vergleich beider Wagen. Der eine ist ein Jahr älter, stilistisch sichtbar z.B. an den außenliegenden Türscharnieren und dem steileren Heckabschluss. Dafür wirken die Kotflügel sportlicher als die des anderen Wagens, denn sie erinnern doch mehr an die klassischen sportlichen Phantom II Dropheads von Gurney Nutting. Der zweite Wagen ist dafür der elegantere, optisch schwerere Wagen, der sogar noch, laut Unterlagen, einen etwas verlängerten Radstand besitzt. Eines haben aber beide Wagen zusammen: sie sind die einzigen zwei originalen 20/25 three position Drophead Coupés von Gurney Nutting in ganz Europa!

Die beiden einzigen 20/25 three position Drophead Coupés mit Aufbau von Gurney Nutting auf dem Kontinent.
Rolls-Royce 20/25 three position Drophead Coupé
Interessant ist der genaue Vergleich der beiden auf den ersten Blick identischen Karosserien.
Rolls-Royce 20/25 three position Drophead Coupé

Zwei W.O. Bentleys waren sogar mit von der Partie: ein 4,5 Liter Open Tourer und ein 3/8 Liter Rennwagen (also ein 3 Liter Chassis mit einem 8 Liter Motor) von 1925, gleichzeitig das älteste Auto des Treffens. Diese bildeten einen schönen Kontrast zum Bentley GT Supersports von Bentley Düsseldorf, die zudem einen Arnage T „Mariner“ (No. 3 of 6)  präsentierten.

Kontraste: Bentley Continental GT Supersports und Bentley 4,5 Liter aus den 20ern.
Bentley Continental GT Supersports und Bentley 4,5 Liter
Der jüngste Spross aus Goodwood: der Rolls-Royce Ghost.
Rolls-Royce Ghost

Überhaupt sind die GTs aus dem Hause Bentley im Club auf dem Vormarsch. Sie waren in Windhagen recht stark vertreten. Aber auch diverse Arnage-Variationen und sogar einen Brooklands gab es zu sehen, womit wir in der heutigen Zeit angekommen sind.

Rolls-Royce Motor Cars präsentierte dieses Mal einen neuen Rolls-Royce Ghost, der viele Blicke auf sich zog und hoffentlich auch bald vom einen oder anderen Clubmitglied gefahren werden wird. Auch ein „Großer“ aus Goodwood war dabei.

Ansonsten, wie schon seit Jahrzehnten, waren Clouds und Bentley S in allen möglichen Variationen und Karosserien vertreten. Es fehlte eigentlich nur noch ein Cloud Cabrio.

Anders bei der Shadow-Reihe: hier hat ein Trend eingesetzt, der sich auch bei anderen Marken zeigt: Cabrios sind besonders beliebt, und so sind Corniche Cabrios in zunehmenden Mengen auf unseren Events zu sichten. Das wiederum resultiert im starken Rückgang der einst in Massen aufgefahrenen Silver Shadows. In Windhagen waren es gerade mal zwei Shadow II und kein einziger (!) Shadow der ersten Serie. Demgegenüber standen drei Corniche Dropheads sowie sogar vier (!!) Silver Wraith II. Letzere zeigten übrigens sehr schön, dass es bei Rolls-Royce nichts von der Stange gibt, denn alle unterschieden sich merklich voneinander, womit wunderbar demonstriert wurde: „Nichts ist unmöglich,...“

Variationen des Rolls-Royce Silver Wraith II: dieser hat ein Everflexdach, Trenwand und Spezialfelgen,...
Rolls-Royce Silver Wraith II
...und dieser hat ein großes Heckfenster, wie es sonst nur beim Silver Shadow üblich war.
Rolls-Royce Silver Wraith II

Der offizielle Teil des Treffens begann Freitagnachmittag mit der Begrüßung der Teilnehmer im Dorint Hotel von Windhagen, und um 18.00 Uhr trafen sich alle zum gemeinsamen Wiedersehen bei einem vorzüglichen Abendbuffet. Bei bester Stimmung wurde geplaudert bis in die Nacht, in Erinnerungen geschwelgt und Neuigkeiten ausgetauscht.

Unterwegs...

Punkt 9.30 Uhr ging es am nächsten Morgen los auf große Fahrt, über romantische, kurvenreiche Sträßchen durch den Westerwald und das Siebengebirge.
Die Mittagsrast fand in stilvoller Umgebung in Königswinter statt, wo wir bei Ankunft, ganz schottisch, von einer Dudelsackkapelle begrüßt wurden und die Autos, auf drei Parkplätze verteilt, etwas abkühlen konnten.

Die Drachenburg war an diesem Tag in Dunst gehüllt.
Drachenburg
Älteste Zahnradbahn Deutschlands: die Drachenfelsbahn
Drachenfelsbahn

Keine Veranstaltung ohne Kaffeepause. Diese gab es, nach einer interessanten Führung, auf Schloss Drachenburg, einem Ort, der Rolls-Royce-geschichtlich von historischer Bedeutung ist, da dort oben zu Crewe-Zeiten Fahrzeugpremieren und Fototermine stattfanden. Ähnliches war für das Frühjahrstreffen auch vorgesehen:
Da der neue Rolls-Royce Ghost vor Ort war und fast die ganze Bandbreite aller „kleinen“ Rolls-Royce-Modelle, sollte dort oben ein Gruppenfoto gestaltet werden mit dem „Neuen Kleinen“ und seinen Vorgängern. Neben dem Silver Dawn, ersetzt durch den Bentley Mk VI, fehlten nur noch die Typen 20 hp und 25/30 hp. Später sollten sich noch alle teilnehmenden Clubmitglieder um die Fahrzeuge scharen.
Es war eine einmalige Gelegenheit, mit diesen Wagen hoch zu fahren, und ebenso einmalig, da nicht alltäglich, war dann auch das, was uns oben erwartete: Baustelle!

Auf der Drachenburg: der etwas andere Fototermin mit den "kleinen" Rolls-Royce
Der erste und der letzte aus dem Hause Rolls-Royce: Bentley Mk VI und Rolls-Royce Ghost
Bentley Mk VI und Rolls-Royce Ghost

Im Vorfeld war durchaus bekannt gewesen, dass die Parkanlage neu gestaltet würde. Der lange Winter hat die Arbeiten aber lange ruhen lassen, und so durfte der Hauptweg leider nicht verlassen werden, um die Fahrzeuge schön aufzustellen. Zudem waren die neuen Fußwege nicht zu betreten. Von diesem Zustand waren selbst die Organisatoren und deren Helfer überrascht. Das ließ unsere gute Laune allerdings nicht trüben, und zahlreiche Leute, die vorbeikamen, freuten sich, unsere Fahrzeuge zu sehen. Das war ja auch was wert!

Und diejenigen, die nicht per Auto gefahren waren? Sie wurden in einem historischen Elektrotriebwagen aus den 50er Jahren der ältesten Zahnradbahn Deutschlands, der Drachenfelsbahn, nach oben gebracht. Diese Zahnradbahn überwindet bis zum Gipfel 220 Höhenmeter bei einer Steigung von bis zu 20 Prozent!

Zurück in Königswinter wartete noch ein besonderes Spektakel auf uns: ein geschlossener Fahrzeugkonvoi durch die Altstadt mit Polizeieskorte!
Danach ging es, bei strahlendem Sonnenschein, wieder durch bezaubernde Landschaft und über kurvenreiche Straßen zurück zum Hotel, wo die Fahrzeuge verstaut wurden. Einige von ihnen fanden ihren Platz in einer Reithalle, die man von der Hotelbar aus gut einsehen konnte.

Aufstellen zum Konvoi durch Königswinter mit Motorradeskorte
Blick von der Hotelbar auf unsere Schätzchen

Schnell frisch gemacht, in festliches Gewand geschlüpft, und schon war es wieder da, dieses Gefühl, bei einem Clubtreffen von vor 25, ja sogar eben 35 Jahren dabei zu sein. Alles war so, wie es damals üblich war und bei heutigen Treffen fast nicht mehr stattfindet: ein dsamstägliches, mehrgängiges Galadinner mit Lifemusik und Tanz. Dazu kamen noch die alten Gesichter, die man seit Jahrzehnten stets gerne wieder sieht.
Zwischen den Gängen gab es, durch einzelne Clubmitglieder gestaltete Zwischeneinlagen, wie eine Geburtstagsansprache, einen Abriss über die Historie der German Section (einst Sektion Germany) und die obligatorische Preisverleihung für die schönsten Fahrzeuge beider Marken, die weiteste Anreise, etc.

Nach dem Dessert wurde zu Oldies und Goldies das Tanzbein eifrig geschwungen, bis die Füße tobten und die Bar rief.

Rolls-Royce Wraith Hooper Limousine beim Herbsttreffen 1985, das im Film gezeigt wurde.
Rolls-Royce Wraith
Derselbe Wagen anno 2010 beim diesjährigen Frühjahrstreffen.
Rolls-Royce Wraith

So endete für manches Clubmitglied ein wunderschöner Tag erst am Nächsten Morgen.

An jenem, es war leider schon Sonntag und für fast alle Abreisetag, gab es noch eine kleine Filmvorführung. Der Film zeigte Szenen vom Herbstreffen 1985 in Köln, gewürzt mit lustigen Kommentaren unseres Ehrenpräsidenten, der über viele Jahre die Geschicke unserer Sektion geleitet hatte. Die „Alten“ unter uns haben sich gerne an diese Zeit erinnert, und die „Neuen“ bekamen einen schönen Einblick in unser Clubleben von einst.

Bei diesem so liebevoll gestalteten Frühjahrstreffen in Windhagen bei Bonn, zum 35-jährigen Bestehen unserer Sektion, durften wir im Film und in Wirklichkeit spüren und erleben, wie es in der Jugendzeit unseres Clubs so war. Es war wirklich so wie früher! 

Noch ein paar Highlights zum Schluss:

Eine gaaaanz lange Motorhaube: Bentley 3/8 Liter Rennwagen
Immer direkt am Geschehen: der WDR unterwegs im Bentley 4,5 Liter
Wird langsam selten: Rolls-Royce Silver Shadow II
Schöner Gast: Bentley Mk VI mit Karosserie von H.J. Mulliner
Bentley Arnage mit langem Radstand
Revolutionäres Design: Rolls-Royce Silver Cloud III H.J.Mulliner "Chinese Eyes" Coupé
Mit V8-Turbo: Rolls-Royce Flying Spur mit Superluxusausstattung von H.J. Mulliner
Der "kleine Bruder" des Flying Spur: Rolls-Royce Silver Spirit
Der Große aus den frühen Fünfzigern: Rolls-Royce Silver Wraith (hier als Touring Limousine von Hooper)
Der "kleine" aus den frühen Fünfzigern: Bentley R-Type (hier mit Sonderkarosserie von Park Ward)
Das ist einer von zwei Bentley S2 Harold Radford "Countyman Saloon" bei diesem Treffen.
Dieser Rolls-Royce Silver Cloud III hat schon auf der Annual Rally in England Preise gewonnen!
So fing es nach dem Krieg an: Bentley Mk VI standard Saloon
Und so sieht ein moderner Bentley aus: ein Brooklands, Baujahr 2010
Bentley Arnage "Mariner" (No. 3 of 6) von Bentley Düsseldorf
Bentley Continental GT Supersports von Bentley Düsseldorf
Ein 1934er Rolls-Royce 20/25 Sedanca de Ville von Barker und...
...ein ebenfalls 1934er Rolls-Royce Phantom II (ex Maharadscha von Darbhanga)
Bentley S1 Continental mit Karosserie von Park Ward
Bentley S2 Continental Flying Spur von H.J. Mulliner
Nicht alltäglich: Rolls-Royce Ghost auf der Baustelle
Dieser Rolls-Royce Silver Wraith II wurde ab Werk ohne das übliche Everflexdach ausgeliefert.
Rolls-Royce Corniche Drophead Coupé
Das ist auch ein Bentley Brooklands, allerdings Jahrgang 1996
Rolls-Royce Silver Seraph
Ganz in Rot: Bentley Arnage
Bentley MK VI Donington Special V8, Teilnehmer der Rallye "Peking-Paris" 1997
Dagegen wirkt der normale Bentley Mk VI standard Saloon richtig brav.
Bentley S3 Standard Saloon und sein Gegenstück,...
...der Rolls-Royce Silver Cloud III zum Vergleich.
Es sieht zwar nicht so aus, aber dieser Silver Cloud III hat einen langen Radstand!
Meist am hohen Kofferraumdeckel zu erkennen: der Bentley S2 Harold Radford "Countryman Saloon"
Bentley Continental R
Jetzt kommen die GTs!
Rolls-Royce 20/25 Sedanca de Ville mit offenem Chauffeurabteil
Rolls-Royce 20/25 three position Drophead Coupé von Gurney Nutting
Das ist der ältere der beiden 20/25 Dropheads von Gurney Nutting.
Der "Clubgründungswagen", ein Rolls-Royce 20/25 Sports Saloon von Hooper
Im Gegensatz zu diesem Bentley S1 standard Saloon...
...erscheint dieser Bentley S1 wie aus einer anderen Welt.
Bentley S1 mit Aufbau von Freestone & Webb sind extrem selten!
Und hier noch ein Bild vom "Großen" aus Goodwood.

 

Noch mehr Bilder gibt es in einer riesigen Bildergalerie im Mitgliederbereich, unter der dortigen Rubrik "Vergangene Events 2010"!

 

Text & Fotos:  Michael Ehrhardt

 

 

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